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Der Zahnschmerz ist so alt wie die Zivilisation. Aber die Methoden , ihn zu verhüten und zu beseitigen haben sich seit den Anfängen der Zahnheilkunde gottseidank doch erheblich verbessert. “Raus mit dem Zahn” ist längst nicht mehr die einzige Methode. Schon in der Steinzeit, bereits vor 8000 Jahren wurden mit primitiven Werkzeugen Zähne behandelt. Ein internationales Forscherteam hat bei Untersuchungen an neun Jungsteinzeit- Skeletten aus Pakistan präzise gebohrte Löcher in Unterkiefern gefunden. Die Patienten konnten den Zahn tatsächlich auch wieder zum Kauen einsetzen. Den Forschern gelang es sogar, einen Bogenbohrer mit Feuersteinspitze zu rekonstruieren, mit denen sich Löcher in wenigen Minuten bohren ließen. Die Ägypter erfanden die Füllungen für Zähne. Sie bestanden aus Steinmehlen, Harzen, Malachit und Pflanzensamen. Lange hielten sie nicht. Bereits aus dem sechzehnten Jahrhundert vor Christus stammt ein ägyptisches Papyrus, das unter anderem Anweisungen zu Zahnbehandlungen enthält. Die Chinesen verwendeten schon im 5. Jahrhundert für Zahnfüllungen ein Silber- Quecksilbergemisch. 2800 v. Chr. bis 1800 v. Chr. wurden im Gebiet der Indus-Kultur Zähne behandelt. Im sechzehnten Jahrhunderts vor Christus gab der Papyrus Ebers aus Ägypten unter anderem Anweisungen zu Zahnbehandlungen. Die Etrusker entwickelten den Zahnersatz. Die Griechen und die Römer verstanden sich hervorragend auf die Anfertigung ganzer Gebisspartien aus Elfenbein, wenn auch die Verankerung noch Schwierigkeiten zu bereiten schien: Horaz schreibt in einer seiner Geschichten von zwei Witwen, die so schnell liefen, dass eine von ihnen ihr Gebiss verlor. Im 7. Jahrhundert vor Christus finden sich die ersten bekannten Rezepte zur Behandlung der Zahnleiden. Mittelchen und viel Hokus-Pokus sollte dem Leiden ein Ende bereiten. Im Europa des Mittelalters kannte die Zahnheilkunde praktisch nur das Zähneziehen. Der Zahnschmerz wurde als gottgewollte Prüfung angesehen. Die “Behandlung” wurde von Fahrensleuten auf Jahrmärkten und Marktplätzen vorgenommen. Erst im 18. Jahrhundert starb der Stand der reisenden Zahnärzte aus. Noch bis ins 20. Jahrhundert war jedoch der Barbier nicht nur fürs Haarschneiden zuständig, sondern auch für die Behandlung von Warzen, eingewachsenen Nägeln und für das Zähneziehen.
Erst im 18. Jahrhundert wurde die Ursache für Karies entdeckt und wurden brauchbare Gebisse hergestellt. 1771 wurde der erste, von Pedalen betriebene Bohrer gebaut und Ende des 19. Jahrhunderts endlich die Anästhesie erfunden.
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